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Sizilien - Zwischen Europa und Afrika

  
Sizilien, mit seiner Hauptstadt Palermo, ist die größte Insel des Mittelmeers und auch größte Region Italiens. Sie wird nur durch die schmale Straße von Messina vom Festland getrennt. Zu ihr gehören auch die Gruppen der Ägadischen, Äolischen und pegalischen Inseln, sowie Ustica und Pantelleria. Einst verband Sizilien den europäischen und afrikanischen Kontinent. Aufgrund der exponierten Lage im Mittelmeer wurde Sizilien schon im 8. Jahrhundert v.Chr. durch die Griechen, Phöniker, Karthager und später Rom kolonialisiert. Ca. 80 % der Insel sind hügelig bzw. bergig, den Rest bilden Ebenen. Die größte Berkgette liegt im Norden der Insel. Bei Catania ragt das grandiose Massiv des Ätnas hervor, mehre andere aktive Vulkane befinden sich auf den Inseln um Sizilien herum. Der Boden ist somit größtenteils vulkanischen Ursprungs.


Hauptsächlich im Landesinneren der Insel wird extensiv Landwirtschaft betrieben. Neben dem Weinbau findet man Getreideanbau, riesige Zitrusplantagen und Olivenanbau. Der Weinbau wurde zwar bereits vor der Kolonisation betrieben, aber erst durch die Ansiedlung der Griechen wurden die Techniken verbessert. Die für den Weinbau wichtigsten Zentren liegen im westlichen Teil der Insel. Sizilien bildet mit Apulien die quantitative Spitze des italienischen Weinbaus. Aber wie in ganz Italien, hat auch Sizilien in den letzten Jahren eine enorme qualitative Entwicklung durchgemacht und durch eine sytematische Erforschung der einheimischen Rebsorten, das Augemerk wieder mehr auf seine klassischen Rebsorten gerichtet. Schon in der Antike waren Siziliens Süßweine eine bekannte Spezialität. Bekanntester Wein der Insel ist neben Nero d´Avola zweifelsohne immer noch der Marsala.

Ein heißes, trockenes Klima im Sommer und milde Winter kennzeichnen das Wetter Siziliens. Die Regenzeit ist auf den Spätherbst und Winter beschränkt. Die Trockenheit im Sommer wird häufig zum Problem. Wie alle südlichen Regionen Italiens wird auch Sizilien durch die heißen Scirocco Winde heimgesucht.

Die Anbaufläche beläuft sich auf ca. 133.000 ha, mit einer Jahresproduktion von ca. 6,8 Mio hl. Nur ca. 2,5 % der Produktion sind DOC Weine.

DOC Weine Siziliens
Alcamo, Contea di Sclafani, Cerasuolo di Vittoria, Contessa Entellina, Delia Nivolelli, Eloro, Erice, Etna, Faro, Inzolia, Malvasia delle Lipari, Mamertino di Milazzo o Mamertino, Marsala, Menfi, Monreale, Moscato di Noto, Moscato di Pantelleria, Moscato di Siracusa, Riesi, Salaparuta, Sambuca di Sicilia, Santa Margherita di Belice, Sciacca, Vittoria

Gute Erzeuger
Barone La Lumia, Benanti, Cusumano, Cottanera, Donnafugata, Feudo Maccari, Firriato, Gulfi, Milazzo, Morgante, Palari, Planeta, Rapitala, Tasca d´Almeriata, Zisola usw.

Verkosten werde ich die Tage einen Biowein aus der autochthonen Nerello Mascalese.



Riesling Arduum Thörnicher Ritsch trocken 2008

In der Nase reife Aprikosen, Citrusfrüchte und ein wenig Gemüse. Leichte Reifenoten und für mich typische Moselriesling Nase. Fokussierte Frucht, einiges an Druck und Spannung am Gaumen. Die Frucht sagt recht kurz Hallo und taucht dann ab. Süße und Säure sind gut ausbalanciert. Mittelschlanker, noch süffiger Körper. Auch im Mund neben dem Kernobst noch vegetale Noten und hinten raus einen Tick phenolisch, was aber nicht stört. Angenehmer moselanischer Spätlesetyp, der nicht zu körperreich ist, aber auch keineswegs dünn. Animierender, guter Essensbegleiter und vor Allem aufgrund des mehr als fairen Preises ein Kauftipp. Klasse finde ich die sehr humanen 11,5 % Vol. Da darf es auch mal ein Gläschen mehr sein.
Für mich als Trockentrinker noch akzeptable, angenehme Restsüße, für Signora genau richtig.

Restzucker 7g/l, Säure 6,7 g/l


Da soll noch mal einer sagen, für € 5,- gibts nichts anständiges ins Glas !!

#buy #drink

Les Terrasses - Côtes du Ventoux, 2007 Château Pesquié

Chateau Pesquie gehört zu meinen Lieblingserzeugern der südlichen Rhone und zählt, vor allem aufgrund der sehr guten Preis Leistung, zum festen Inventar des Weinkellers.

Der Les Terrasses ist der Basiswein aus 70 % Grenache und 30 % Syrah. Ein Drittel in gebrauchten Eichenfässer ausgebaut.

Dunkles Rubinrot. Intensive Nase nach dunklen Beere, vor allem Brombeere und Johannisbeere mit feiner würzig pfeffriger Begleitung. Sehr reintönige, definierte Aromatik. Am Gaumen mit gehörig Druck, wieder mit der sehr ansprechenden dunkelbeerigen Frucht mit dem Hauch an Würze, geschmeidig und rund. Dezentes aber stützendes Säuregerüst mit feinen, komlettierenden Tanninen und guter Länge. Rundum nahezu perfekt ausbalanciert eckt er nirgends an. Die 14 % Vol. sind auch nicht auszumachen.  Ein hedonistischer Trinkgenuß, welcher in seiner Preisklasse seinesgleichen sucht. Durch die Ausgewogenheit ein omnikompatibler Wein, der fast zu jedem Essen schmeckt. Ein ´Hauswein´ par excellence, der auch anspruchsvolleren Gaumen standhält.

Der Wein ist eigentlich nicht für die lange Lagerung vinifiziert. Die vor Kurzem getrunkene Flasche 2005 war aber noch voll im Saft.

Wer unkomplizierten leckeren Weingenuß mit Anspruch für kleines Geld sucht, ist hier absolut richtig aufgehoben. Kauftipp  Ab ca. € 7,- zu haben.

#buy #drink

Vigna Pedale - Castell del Monte Riserva, Torrevento 2004

Dieser apulische Wein gehört mit zu meinen absoluten Favoriten unter € 10,- aus Italien. Er liegt mir sehr am Herzen und ist seit Jahren ein beständiger Gast in meinem Weinkeller.


Die große Kellerei Azienda Agricola Torrevento befindet sich in einem Kloster aus dem 17. Jahrhundert in Corata, unweit des beeindruckenden Jagdschlosses Castel del Monte,  Friedrichs II. , aus dem 13. Jahrhundert. Das Schloß gibt auch der Appellation Castell del Monte seinen Namen. Wer mal vor Ort ist, sollte sich das beeindruckende Bauwerk unbedingt mal ansehen (siehe Bild). Die mittlerweile hochmoderne Kellerei legt schon seit Langem ihr Augenmerk auf die regionalen Rebsorten Apuliens. Der entsprechend alte Rebbestand, gute Lagen  und der daraus resultierende Erfolg gibt ihnen Recht.


Vigna Pedale Rosso Riserva, Castel del Monte DOC 2004
100 % Nero di Troja / Uva di Troja

Hier eine Verkostungsnotiz dieses Weines aus dem Sommer 2008, da ich die nächsten Tage nicht dazu komme, den Wein zu verkosten. Ich hatte aber vor Kurzem den gleichen Jahrgang erneut im Glas und empfand ihn immer noch so, wie folgt beschrieben.

Von über 30jährigen Rebstocken und für süditalienische Verhältnisse sehr spät, Ende Oktober, gelesen.

Schönes Granatrot mit violetten Reflexen, an der Nase ein betörender, reintoniger Duft von
Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren, sowie leicht würzig, grasigen Noten. Im Mund dann wiederum wirklich toll, ausgeprägt beeriger Geschmack, aber absolut eigenständig und einnehmend. Harmonisch mit voller Struktur, weichen Tanninen und schön ergänzender Säure. Der Abgang außergewöhnlich lang und es bleibt an sehr angenehmer Nachgeschmack. Die Flasche wurde bereits Mittags geöffnet, hatte ihren Höhepunkt erst 6-8 Stunden später. Elegant und einfach saulecker !

Ergänzend muss ich hinzufügen, dass Nero di Troja schon eine recht eigenständige Aromatik besitzt. Mag man oder mag man nicht. Ich steh drauf.

Der Wein hat die letzten Jahre im GR die 3 Gläser abgeräumt, in Anbetracht des sehr günstigen Preises, kann ich dies nur unterschreiben.

aktueller Jahrgang ab € 7,50, sehr gut verfügbar


Tipp: Unbedingt mal probieren

#buy #drink #drink

#twv Twitterweinverkostung 5.2 Blauer Spätburgunder 2007 Karl H. Johner

Nach der tollen Veranstaltung am 08.02., stand gestern Abend der zweite Wein aus dem Paket von Patrick Johner zur Verkostung an.
Fasching ist ja für mich sowas wie ein Fremdwort. So ist der gestrige Termin wohl auf einen ´besonderen´ Tag, ich glaube man nennt ihn Rosenmontag, gefallen. Die Terminfindung ist eigentlich immer gleich, es handelt sich um die beiden mittleren Montage eines Monats. Ich bin trotzdem der Meinung, dass diese Konstante beibehalten werden sollte, auch mit der Gefahr, dass daraus #twv Abende mit geringerer Beteiligung resultieren. Soweit mein Kalender mich nicht täuscht, sollte das aber der einzige ´kritische´ Montag in diesem Jahr gewesen sein.

Nach dem interaktiven Feuerwerk der letzten Woche hatte Patrick Johner wiederum etwas Besonderes geplant. Über eine Livestream Plattform sollten Twitterer via Webcam zugeschaltet werden um Fragen bzgl. des Weins zu beantworten, bzw. zu stellen. Leider klappte die technische Umsetzung nicht wie gewünscht. Als ich mal kurz hingeschalten habe, hörte ich alles doppelt und sah einen eingefrorenen DennyRamone, sowie einen von der Raumstation MIR zugeschalteten Weinkaiser, der fleißig an seiner Webcam schraubte und Christian Hoertrich, die Apokalypse verkündend (Satiremodus off). Es war auf jeden Fall ein leicht surreales Bild. Der Wille war da, die Technik leider nicht.

Der Wein.

Blauer Spätburgunder 2007 Karl H. Johner

Konnte leider nur einige Schlücke nehmen. Farbe habe ich ignoriert. Meine Eindrücke.
In der Nase viel Kirsche, Brombeere und Holz, zu Beginn noch sehr ausgeprägte Röstaromen. Im Mund ein schlanker Körper, leicht süßliche Frucht, erfrischende Säure, die Holzwürze immer präsent. Der  Alkohol eingebunden aber im Abgang minimal wahrnehmbar. Gute Länge. Ein guter Wein. Ich werde die noch fast volle Flasche über die nächsten Tage nachverkosten. Wie schon beim Sauvignon Blanc finde ich den Preis ein wenig zu hoch angesetzt.


Das nächste Paket ist eine Co Produktion von Werk2 und Karlo Dillmann (beide Geisenheim) und ist unter folgendem Link bestellbar

#twv Twitterweinverkostung Paket Nr. 6


Wer schon immer mal meine Stimme hören wollte :-), kann am 21.02. um ca. 11:20 Uhr auf  radio Eins ein kurzes Live Interview über die #twv mit mir hören.

So, dann mal bitte fleissig das 6. Paket bestellen. Wir lesen uns in Kürze.

Hier noch Blogeinträge zur #twv 5.2

marcodatinis weinwelt
Der Weinspion
Augsburger Weinblog

Apulien - Toskana des Südens


Apulien,  mit seiner Hauptstadt Bari, im südöstlichsten Teil Italiens, am Absatz des Stiefels gelegen. Die gebirgsarme, flachste Region Italiens besteht fast ausschließlich aus ebenen Flächen und Hügellandschaften. Aufgrund der geographischen Lage und auch  klimatisch und landschaftlich günstiger Voraussetzungen war Apulien schon in der Vorgeschichte ein bevorzugtes Gebiet für menschliche Ansiedlungen. Apulien ist deshalb heute reich an prähistorischen Funden, sowie Zeugnissen und Sehenswürdigkeiten aus der Antike. Später besiedelten Illyren, Griechen und Römer das Gebiet.  Heute wiederum stellt diese abgelegene Lage einen Nachteil für den Tourismus Apuliens dar. Vielen Reisenden ist der Weg in den Süden Italiens einfach zu weit und weiter nördlich angesiedelte Regionen sind somit weit mehr touristisch frequentiert. 
 
Apulien ist sehr stark landwirtschaftlich geprägt. Auf der fruchtbaren roten Erde gedeihen Getreide, Oliven und Obst- und Gemüse im Überfluss. Neben Wein wird auch intensiv Hartweizen angebaut, was Apulien zu einem großen Pastaproduzenten macht. Aber auch im Weinbau bricht Apulien alle Rekorde. Die Menge an produziertem Wein ist fast 4 mal so hoch wie die der Toskana. Nur Sizilien kann bei dieser fragwürdigen Superlative noch mithalten. 
Mit ca. 300 Sonnentagen, heißen Sommern, sehr mildem Frühling und Herbst, sowie einemWintern, der seinen Namen eigentlich nicht verdient, gehört es zu den wärmsten Regionen Europas. Einzige klimatische Abwechslung sind die ungestümen Scriocco Winde aus der Sahara. Geologisch besteht Apulien fast durchwegs aus verkarstetem Kalkstein. Die oftmals oberflächlich zur roten Erde verwitterten Böden bilden eine sehr fruchtbaren Untergrund.

Die Anbaufläche beläuft sich auf ca. 108.000 ha, mit einer Jahresproduktion von ca. 7,6 Mio hl. !!!  
Nur ca.  3 % der Produktion sind DOC Weine. 

Das sind heftige Zahlen, trotzdem hat sich in den letzen 15 Jahren auch in Apulien einiges in Richtung Qualität getan und aus dem einstigen "Weinkeller Europas" kommen mittlerweile wirklich einige gute bis sehr gute Weine, welche vor Allem durch ihr eindrucksvolles Preis- Leistungsverhältnis punkten.

DOC Weine
Aleatico di Puglia, Alezio, Brindisi, Cacc´e Mmitte di Lucera, Castel del Monte, Copertino, Galatina, Gioia del Colle, Gravina, Leverano, Lizzano, Locorotondo, Martina Franca, Matino,  Moscato di Trani, Nardò, Orta Nova, Ostuni, Primitivo di Mandurio, Rosso Barletta, Rosso Canosa, Rosso di Cerignola, Salive Salentino, San Severo, Squinzano

Gute Erzeuger:
Accademia dei Racemi, Apollonio, Cantine Due Palme, Conti Zecca, Felline, Gianfranco Fino, Leone de Castris, Rivera, Cosimo Taurino, Tenute Robino, Torrevento

Verkosten werde ich die nächsten Tage einen Wein aus der DOC Castell del Monte, welche benannt ist nach dem eindrucksvollen Bauwerk Friedrichs II.. Ein Wein  aus der autochthonen Rebsorte Nero di Troia, auch Uva di Troia genannt.


Sagrantino di Montefalco "25 anni" DOCG 1998 - Arnaldo Caprai

Die Kellerei wurde 1971 von dem Geschäftsmann Arnaldo Caprai, mit dem Kauf von 5 Hektar, gegründet. In der Folgezeit wurde immer mehr Land hinzu gekauft. Im Jahr 1988 übernahm sein Sohn Marco, damals 21 Jahre jung, die Zügel und behielt die Kellerei durch weitere Expansion, Investitionen  in Technologie und Forschung weiter Erfolgskurs.
Es begann  eine intensive Zusammenarbeit mit der Universität Mailand und anderen Forschungsinstituten  Italiens, mit dem Ziel die Qualität der Sagrantino Weine noch zu erhöhen.  Wie viele der Top Betriebe in Mittelitalien, stellt Caprai auch Oliveöl von hoher Qualität her.

Der vorgestellte Wein wurde vom Weingut Caprai erstmals  zum 25 jährigen Jubiläum der Kellerei erzeugt. Er zählt zu den besten Weinen seiner Art.Seit seiner Erstauflage hat er, wie auch die Kellerei selbst, sehr viele Preise abgeräumt.
Diese Tanninbombe sollte nun nach 12 Jahren nun hoffentlich zugänglich sein. Auf gehts:

Nach dem Öffnen erstmal der Holzhammer mit Acetonbegleitung. Flasche jetzt eine Stunde offen, macht auch der Wein langsam auf, Pfaume,  Brombeere, Unterholz, Tabak, orientalische Gewürze, likörig, der Lösungsmittelton verschwindet leider nicht ganz. Sein Alter merkt man ihm kaum an, feine, sehr präsente Säure, mundfüllend, extraktreich, unglaublich intensiv, was ein Gaumenkick. Speichelflussfördernd, feinstkörnige, sehr anhaltende Tannine, unglaublich lang, großer Wein. Nicht einen Hauch breit und keine Spur von Überextrahierung Ein elegant tänzelnder Muskelprotz, vergleichbar mit Sly in Rocky I.
Die 14,5 Umdrehungen sind nur in der Nase wahrnehmbar. Legt minütlich zu. An sowas könnte ich mich gewöhnen. Bei dem Mistwetter genau das richtige für die schneegeschundene Seele. Aber warum wird die Flasche so schnell leer ? Ich vermute den Höhepunkt werde ich, aufgrund ausgeprägter Animation zum Ansetzten des Glases, wahrscheinlich nicht mehr erleben. Hätte ich ihn vielleicht doch gestern schon öffnen sollen? Zu spät ? Werd morgen nochmal nachverkosten.

Fazit: Umbrische Granate mit Potential für mindesten 20+ Jahre. Preis aber heftig.

Aktuelle Jahrgänge ab € 60,-. 

#buy #hold #hold #hold

#twv Twitterweinverkostung 5.1 Sauvignon Blanc Gladstone 2008 Johner Estate

Gestern Abend war es soweit. Der erste Wein, der direkt von einem Weingut kam, stand bei der 5. Ausgabe der #twv zur Verkostung an. Schon im Vorfeld gab es eine Neuerung, denn Patrick Johner , Juniorchef der Weingüter Karl H. Johner am Kaiserstuhl und Johner Estate in Neuseeland, hatte zwei unterschiedlich Pakete geschnürt. Ein Großteil konnte dem Angebot nicht widerstehen und holte sich das sehr fair bepreiste Sixpack.
Schon im Vorfeld teilte uns Patrick mit, dass er parallel zur Verkostung auf Twitter einen Live-Videostream einrichten wird und zusätzlich eine Schalte zu seinen Eltern nach Neuseeland. Ich war im Vorfeld wirklich sehr gespannt, da aufgrund der Vielzahl an verkauften Paketen, eine volle Timeline zu erwarten war. Ob man diese Vielzahl an Input noch überschauen kann ? Die ersten Minuten waren dann auch ein wenig verwirrend. Doch nachdem ich mir noch ein Notebook hingestellt habe, wurde es von Minute zu Minute besser und es war eine wirklich saucoole Sache. Das Ganze war an Interaktion kaum noch zu überbieten. Interessante Infos von Patrick und seinem Vater, schöne Bilder aus Neuseeland und Fragen von Twitterern wurden kompetent beantwortet.Chapeau Patrick !
Natürlich kam wie immer auch der Spaß nicht zu kurz und das ist gut so !
Außerdem war noch zu lesen, dass Lutz Heimrich von Superiore ein Team von N24 da hatte. Bin sehr gespannt auf den Beitrag.

Zum Wein. Blasses gelb mit grünen Reflexen. Die Aromatik wurde als eher gelbfruchtig gesehen, welchem ich mich anschließe, obwohl ich auch grüne Noten fand. Die Palette reichte von Stachelbeere, Ananas, Aprikose, Citrusfrüchte, Grapefruit, Brennessel, Rhabarber über Mango,  was für die Komplexität und Aromenvielfalt spricht. Im Mund dann doch sehr gelbfruchtig mit einer knackigen Säure und leicht pikanter Mineralik. Keine Fruchtbombe, kein Blender, gut. Der Wein hatte eine schöne Länge und animierte zum Nachschenken, wie man anhand der getwitterten Füllstände lesen konnte.Das Preis - Leistungsverhältnis ist akzeptabel, ein paar Euro günstiger und ich würde sogar nachordern.

Eine sehr spannenede, unterhaltsame und vor allem interaktive Veranstaltung mit lecker Wein gestern. So macht Web 2.0 richtig Spaß. Um es mit den Worten des Direttores zu sagen, danach hat man sich eine Fangopackung verdient !!

Am 15.02.  um 20:30 Uhr geht es weiter mit dem zweiten Wein, diesmal mit dem Blauen Spätburgunder 2007.

Hier noch mehr über die #twv 5.1

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Salute !

Umbrien - Das grüne Herz Italiens

Nicht umsosnt trägt die mittelitalienische Region den Beinamen: ´Das grüne Herz Italiens´. Landschaftlich ist Umbrien fast durchwegs mit Hügeln und Bergen durchzogen und erinnert ein wenig an die Toskana. Doch mit seinen unberührten Landschaften strahlt es einen ganz eigenwilligen, ja besonderen Reiz aus. Umgeben von den Regionen Toskana, Latium und den Marken hat Umbrien keinen direkten Zugang zum Meer, dafür aber den größten See Mittel- und Süditalien, den trasimenischen See. Umbrien wird von dem drittgrößten Fluß Italiens, dem Tiber, durchkreuzt. Sehenswert sind neben der Hauptstadt Perugia, die mittelalterlichen Städtchen Assisi, Orvieto, Spoleto, Todi und Ternin, sowie das landschaftlich wirklich sehr reizvolle Valnerina Tal. In Torgiano gibt es ein beeindruckendes Weinbaumuseum.




Umbrien ist eine landwirtschaftlich geprägte Region.Neben Wein werden  noch viel Tabak und Oliven angebaut. Berühmt ist auch der schwarze Trüffel aus Norcia.
Der Weinbau in Umbrien lässt sich bis in die Etruskerzeit zurückverfolgen.Überbleibsel aus dieser Zeit sind in Tuffstein gehauene Weinkeller in der Gegend von Orvieto. Das Klima Umbriens ist kontinental geprägt, relativ hohe Temperaturschwankungen und Niederschläge begleitet von mitunter kräftigen Winden.
Namentlich berühmteste Weine sind der Orvieto und Sagrantino di Montefalco.

Die Anbaufläche beläuft sich auf ca. 17.000 ha, mit einer Jahresproduktion von ca. 1 Mio hl. Ungefähr 18 % der Produktion sind DOC Weine.

DOCG Weine:   Sagrantino di Montefalco und Torgiano Rosso Riserva.

DOC Weine :   Assisi, Colli Altoberini, Colli del Trasimeno, Colli Perugini, Torgiano, Montefalco, Colli  Martani, Orvieto, Colli Amerini, Lago di Corbara

Gute Erzeuger: Antonelli, Arnaldo Caprai, Castello della Sala, Colpetrone, Perticaia, Lungarotti, Palazzone

Verkostung eines Umbrischen Flaggschiffs folgt in den kommenden Tagen.

Montepulciano d´Abruzzo Marina Cvetic 2004 - Az.Agr. Masciarelli

Das Weingut Masciarelli wurde 1981 von Gianni Masciarelli in San Martino sulla Marrucina, unweit der Adria, am Fuße des Maiella-Gebirges, gegründet. Begonnen mit 2 Hektar Land, besitzt es mittlerweise ca. 400 Hektar Anbaufläche und spielt seit langem in der ersten Liga der abruzzesischen Weingüter ganz vorne mit. Außerdem produziert die Azienda Agricola Masciarelli hervorragendes Olivenöl. Gianni Masciarelli, Visionär, Qualitätsfanatiker und leidenschaftlicher Winzer ist leider 2008 bei einem Besuch in München verstorben. Ein großer Verlust nicht nur für seine Familie, sondern auch für den italienischen Weinbau. Seine Frau Marina Cvetic (nach der auch der vorgestellte Wein benannt ist) und ihre Kinder führen sein Erbe weiter. Ich wünsche weiterhin viel Erfolg !


Der Montepulciano d´Abruzzo Marina Cvetic aus dem guten Jahrgang 2004 hat ein undurchdringbares schwarzrot mit purpurnen Rändern und liegt fast wie Öl im Glas. In der Nase Kirsche, Brombeer, ein wenig Klebstoff, dunkle Schokolade und edel anmutende Holzwürze. Nicht wirklich schmeichelnd, ein wenig sperrig rustikal, fordert er eher zum Trinken heraus, anstatt einladend zu winken. Im Antrunk fällt zuerst die ungemein dichte, stoffige Struktur auf. Ein Körper wie ein alternder Wrestler, doch immens saftig mit perfekt integrierter, kickender Säure. Präsente Frucht, Druck wie ein Presslufthammer, doch kompakt am Gaumen, imponiert dieser maulfüllende Stoff gleich zu Beginn. Im Mund wiederum der Mix aus dunklen Früchten und feiner Würze. Feine Tannine, welche hinten raus ein wenig austrocknen. Weiches, langes frucht- tanninbetontes Finale. Kantig, unangepasst aber dennoch auch international anmutend, ist er keinesfalls das, was man normalerweise von Montepulciano erwartet, respektive gewohnt ist. Kein Wunder nach 24 Monaten im Barrique. Die 14,5 Vol. % sind minimal spürbar, aber nicht störend. Kann und sollte noch das ein oder andere Jahr im Keller liegen. Zu spät.

Fazit: Untypisch, Charaktervoll, Druck wie Sau. Fetter Stoff !

Gekauft vor 2 J. für ca. € 15,-. Aktuell für € 18,- erhältlich.

#buy #hold

Abruzzen (zwischen Adria und Apennin)

Die Region Abruzzen (auf italienisch Abruzzo ) liegt geographisch gesehen in Mittelitalien. Im Norden angrenzend an die Region Marken, im Westen das Latium, im Süden Molise und im Osten die Adria. Es ist in die vier Regionen : l´Aquila, Teramo, Chieti und Pescara, mit gleichlautenden Haupstädten, unterteilt. Die Abruzzen sind bekannt für ihre Nationalparks, ca. ein drittel der Region steht unter Naturschutz. Der wohl  bekannteste ist der Gran Sasso Nationalpark, des gleichnamigen 2.912 Meter hohen Gebirgsmassiv des Zentralapennin.
Die Region vereint viele Vorteile für den Weinbau. Mildes Klima, realativ hohe Niederschläge und viel Sonne bieten gute Voraussetzungen für den Anbau von Wein. Die Bergmassive des Zentralapennin bringen unterdess noch zusätzlich förderliche Luftströme. Neben dem Weinbau liefert die Region auch noch reichlich Olivenöl.  Besonders hart traf die Abruzzen die Reblausplage. Erst gegen Mitte des letzten Jahrhunderst kam der Weinbau wieder auf die Füße.

Die Anbaufläche beläuft sich auf ca. 34.000 ha, mit einer Jahresproduktion von ca. 4,1 Mio hl. Nur ca.. 16 % davon sind DOC Weine. Die Abruzzen haben drei relevante Ursprungsbezeichnungen

Montepulciano d´Abruzzo   DOC *

seit 1993 mit Subzone Montepulciano d’Abruzzo Colline Teraman DOCG
*Max 500 mt ü.d.M., Max 14 T/hl, Verschnitt mit max. 15 % Sangiovese. Min 11,5 Vol %. Riserva min. 9 Monate im Holz und 12,5 % Vol %.

Trebbiano d´Abruzzo DOC

Nicht höher als 500 mt ü.d.M., Ertragsbeschränkung von 14 T/h. 100% Trebbiano Min 11,5 Vol %.

Controguerra DOC

Hier gibt es etliche zugelassenen Varianzen, siehe hier.

Nach der ganzen Theorie wird es Zeit für Wein im Glas. Die relevanteste Herkunftsbezeichnung und auch Rebsorte mit dem meisten Potential ist die Montepulciano, hab auch ehrlich gesagt grad nichts anderes im Keller gefunden. Obwohl auch die Trebbiano unterschätzt sein soll, mir ist aber noch keine wirkliche Granate ins  Glas gekommen.

Gute Erzeuger: Masciarelli, Nicodemi, Illuminati, La Valentina, Zaccagnini, Valentini; Marramiero

Hier gehts zum Wein:

Montepulciano d´Abruzzo Marina Cvetic 2004 - Ar.Agr.Masciarelli



Weinbauregionen Italiens

Italien als Weinproduzent bietet weitaus mehr als Chianti, Brunello, Barolo und Co.

Es ist das Anbauland mit der wohl höchsten Anzahl an autochthonen Rebsorten überhaupt. In Italien werden aktuell ca. 350 verschiedene Rebsorten angebaut, der Großteil davon ist autochthon. Ein vielfaches davon existiert zusätzlich nur noch als genetisches Material, respektive wurde noch gar nicht katagolisiert (geschätzte 1.200). Die meisten der Sorten bringen aber nur minderwertige Qualitäten hervor. In der Realität dominieren ca. 10 Rebsorten den Großteil der Weinproduktion. Diese sind aber durchwegs, bis auf Merlot, italienischen Ursprungs. Die Internationalisierung der Rebsorten hat natürlich auch nicht vor Italien halt gemacht. So dominieren in Südtirol Burgundersorten und auch in anderen Regionen werden Merlot & Co.angebaut.

Meine Anfänge mit Wein liegen, natürlich aufgrund meiner Herkunft, in Italien. Die ersten Jahre habe ich mich fast ausschließlich mit italienischen Weinen, seinen Rebsorten und Weinbauregionen beschäftigt und diese kennen und lieben gelernt.


Italiens Spitzenweine aus dem Piemont und der Toskana sind geschätzt und gesucht. Aber es gibt abseits der bekannten Pfade eine Vielzahl an interessanten Regionen, Weinen und Rebsorten zu entdecken.

Ich werde deshalb  eine Serie auf meinem Blog starten, in der ich alle 20 Regionen Italiens, mit Informationen zu Weinbau, Rebsorten etc., vorstellen werde. Zu jeder Region wird ein gebietstypischer Wein verkostet. Bei der Weinauswahl werde ich gezielt  auch die Verfügbarkeit in Deutschland berücksichtigen.

 Beginnen werde ich in Kürze mit der Region Abruzzen (Abruzzo) in Mittelitalien. Heimat des als Frauenwein ´verrufenen´ Montepulciano d´Abruzzo.

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Simon Atzei
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