Ultra Blind Best Bottle Party Vol. 18

Es war mehr als überfällig, dass wir uns der Diva der roten Rebsorten annehmen. Sie gilt als zickig, anfällig, schwierig und bedarf besonderer Pflege. Weltweit verbreitet, liefert sie unterschiedlichste Stile und Qualitäten. Von fett und überbordend, elegant und betörend, bis hin zur dünnsten Plörre, welche stellenweise kaum schluckbar sind.


Die Zeit war reif für eine Pinot Noir weltweit Verkostung und die hat uns richtig viel Spaß bereitet.

Eine unserer Regeln lautet, dass die angestellten Weine noch im Handel verfügbar sein müssen. Deswegen stellen wir kaum sehr gereifte Weine an. Högschd motiviert habe ich mir im Vorfeld ein Dutzend guter Pinots besorgt und aus diesen meine persönlichen, auch im Hinblick auf die Blindverkostung, Favoriten fixiert. Schon da hatte ich immens Spaß, das sollte ich wohl öfter machen.
Zu meiner Verwunderung waren zwei Weine aus der neuen Welt ganz vorne, beide vom gleichen Weingut, knapp gefolgt von einem Wein aus Südtirol (Manincor Mason). Also habe ich mir gedacht: schau mer mal ob der gemeine Kalifornier nicht nur meinen Gaumen rockt: Wie immer haben wir es uns schön dekadent gut gehen lassen und auch die Nachbarschaft hat akustisch nicht unerheblich partizipiert. Kräftig gestärkt durch regionale Spezialitäten aus dem lokalen Schlachthaus und diversen Motivations-Rieslingen, ging es dann auch wie gehabt zügig zur Sache. Wir hatten diesmal eine komplett unbedarften Special guest und somit auch 10 Weine am Start.
Müsste ich einen Song festlegen, welcher den Abend umschreibt, findet ihr in hier.
 




Platz 1

Schug – Pinot Noir Carneros - 2010

Notizen der Trinker : Neue Welt, rockt, jung, supergeil, blumig fein, lang, stattlicher Körper, Franzose ?

Dieser Wein wurde uns von dem Gewinner bereits einige Wochen vorher zu seinem Geburtstag kredenzt. Ich hätte mich damals mit meinen Lobeshymnen wohl zurückhalten sollen.
Aber zu recht gewonnen, so was von hedonistisch und richtig sau-lecker. Nix für Aromensammler und Freunde der extremen Komplexität, einfach ein Wein zum reinlegen und wegtrinken ! Europäische Stilistik, Made in California !! Habe ich auch ganz weit vorne gesehen.  Great job Herr Schug ! Lovely stuff ! Kennst du nicht ? Musse probiere !

92 Punkte   ca. € 30,-

Platz 2

Schloss Halbturn – Pinot Noir - 2003

Notizen der Trinker : elegant, Himbeere, fett, speckig, dick, voll, tief, orangig, rund

Da haben wir doch noch einen gereifteren Wein, welcher aber bei einem lokalen Händler noch verfügbar ist. Wirklich sehr guter Pinot von unseren Nachbarn in exzellentem Zustand.

91,2 Punkte   ca. € 36,-

Platz 3

Adeneuer – Spätburgunder Nr.2 - 2011

Notizen der Trinker :  fruchtbetont, leicht staubig, fein, jung, intensiv, Bittermandel, mittlere Länge,  Pälzer ?, elegant.

Wer die Weine der Adeneuer noch nicht kennt, sollte dies schleunigst nachholen. Einer meiner Lieblings - Pinot - Lieferanten in Deutschland. Ich bevorzuge die kleineren Weine des Hauses, nicht nur wegen dem Preis. Diesen habe ich mit Mittelfeld gesehen, aber für den Preis ein hervorragender Spätburgunder.

90,3 Punkte   ca. € 16,-
Platz 4

Au Bon Climat– Pinot Noir K + U Sonderedition 2009

Notizen der Trinker :  geile Nase, toller Nachhall, ABC !, lebhaft, leicht trocknend, spannend, abgefahren.

Tja, so läufts. California über alles, aber leider nicht meine Weine. Habe meine beiden Weine trotzdem ganz vorne gesehen und kann diese Abfüllung für einen geschätzten Händler aus Nürnberg nur jedem ans Herz legen. Viel Pinot für relativ wenig Geld.

90,2 Punkte   ca. € 24,-

Platz 5

Domaine Phlippe Girard - Savigny lés Beaunes Vielles vignes 2010

Notizen der Trinker :  Bestes Material, Beere von Johannis, speckig, intensiv, superrund im Mund. +,
 
Den Wein fand ich sehr stark und hab ihn ins obere drittel gescort. Toller Burgunder ! Es gibt sie, die bezahlbaren, richtig guten Pinots aus dem Burgund. Nur nicht so einfach zu finden.

89,8 Punkte   ca. € 20,-

Platz 6

Domaine Hevré De Lavoreille- Clos de Haute Village 2007
 
Notizen der Trinker :  Holz, bissle pelzig, leichter Stall, besonders, komplex, sehr frisch, ultra Nase, leicht bitter und muffig. Nase klar vorn. 
 
Auch hier kann man wirklich nichts negatives sagen. Topp Geschichte für die Rate. Von mir ganz klar in der oberen Hälfte.

89,3 Punkte   ca. € 15,-


Platz 7

Au Bon Climat– Knox Alexander 2010

Notizen der Trinker :  Ami, Gurke, geiler Stoff, Druck, Länge, Leder, lebendig, ist nix, leicht metallisch, gut Säure

Dieser Wein sollte mir eigentlich einen der vorderen Plätze sichern, habe ihm auch blind den höchsten Score verpasst. Aber leider nur ich.

89,1 Punkte   ca. € 40,-

Platz 8

Jean-Philippe Marchand - Vielles Vignes 2002

Notizen der Trinker : Veilchen, perfekter Körper, leider saugeil, rauchig, kühl, schlank, deutsch, Pfefferminze, elegent, Franzose, dünn,   

Obwohl 2002 im Burgund nicht annähernd so bescheiden war, wie bei uns, hat es der doch recht teuere Burgunder nur auf den vorletzten Platz geschafft. Meins war´s auch net.

88,7 Punkte   ca. € 32,-

Platz 9

Künstler - Spätburgunder Edition 2009

Notizen der Trinker : voll, erdig, schwer, neue Welt, lebender Tiertranpsot, Bauernhof, KORK !

Für mich hatte der einen Korktreffer, aber den hab wohl nur ich gerochen.


88,2 Punkte   ca. € 18,-

Platz 10

Adeneuer– Ahrweiler Rosenthal Spätburgunder trocken GG 2011 

Notizen der Trinker : ländlich, fertig ?, Bade Wöddebäsch, wenig elegant, günstig, sauer, herb, dumpfe Nase

So sehr ich den Trinkfluss der Adeneur Pinots schätze, wird den Großen Gewächsen doch oftmals zuviel des Guten mitgegeben. Wie gesagt, die Weine unter den GG´s sind eher meins. Ich habe diesen Wein aber auch wesentlich besser gesehen als die Allgemeinheit. Weniger Alkohol und Holz würden ihm aber besser stehen. Und ein paar Jahre Flaschenreife.

86,8 Punkte   ca. € 35,-

Ein grandioser Abend mit einem super Wein als Sieger, welcher nach diesem Event einen 
festen Platz in meinem Keller bekommt !
California über alles ?  Natürlich nicht, aber wir sollten den, früher auch von mir, teils zu Unrecht  verpönten neue Welt Weinen mehr Beachtung schenken. Sie sind oftmals europäischer als mancher Wein aus unseren Landen !

Salute !

Ultra Blind Best Bottle Party Vol. 13


 

Blaufränkisch, ja eh ! Von wegen - nix ja eh ! Shiraz aus Austria rockt die Bude ! Ja ! richtig gelesen, Austria, nix Australia !

Unser geschätzter MC Weinkauf (cooler Nachnahme, nicht wahr ?), wohnhaft zu Bamberg, lud zu einer roten Österreichsause. Eine adäquate Location, da 75% der Teilnehmer römisch katholischer Konfession sind, glaub ich zumindest. Aber das ist eigentlich total uninteressant.

Ganz ehrlich und unter uns: Ich hab echt wenig Ahnung von österreichischen Weinen, bin aber Veltliner, Blaufränkisch, Zweigelt und Co. gut gesinnt und habe mich auch auf die anstehenden Weine gefreut. Meine Kernkompetenz, sofern man von Kompetenz sprechen kann, also besser gesagt meine Kernpräferenz beschränkt sich aber mehr auf D/I/F. So sollte es eine sehr spannende Sache werden, bei der ich mir nicht soviel Chancen ausgerechnet habe. Vermutlich mit vielen bekannten Namen, da wir allesamt einfach zu wenig ´Geheimtips´ unserer Nachbarn kennen.
Unser Gastgeber, welcher auch immer das Thema im Vorfeld definiert, beglückte uns mit einem österreichischen Gulasch. Was jetzt daran österreichisch war, konnte ich nicht erkennen, hat aber verdammt lecker geschmeckt und von den 2-3 Kilo blieb nicht viel über.  Mehr als gesättigt und nach überschaubarer Beatmung der Weine legten wir wie immer eine Turboverkostung hin. Klingt jetzt irgendwie bescheuert, hat aber Tradition. Mehr als 2-3 Minuten pro Wein werden selten benötigt. Nach Auswertung der Bewertungen stürzen wir uns  dann wie Geistesgestörte auf die leckersten Tropfen und der Rest der Nacht wird gefeiert. Im Vordergrund steht der Spaß. Auch aus dem Grund, weil wir mit Ernsthaftigkeit nur gelegentlich aufwarten können. Trotzdem gepaart mit dem nötigen Respekt gegenüber dem Thema und den Weinen, denn wir wollen ja auch gewinnen. Und was wir da weghauen kostet ja auch ein paar Schilling.
 
So nahm die erste Österreich Blind Best Bottle ihren Lauf, welcher sich bis in die Morgendämmerung ziehen sollte.


Platz 1

Shiraz – Scheiblhofer 2009

Speckig, rauchig, intensiv, leicht stechend, mollig, süßliche intensive Frucht. Lang.
Hat mir auch sehr gut gefallen, aber nicht mein Favorit an dem Abend. Trotzdem meinen tiefen Respekt für diesen Shiraz vom Neusiedlersee. Der Eine oder Andere wird sich fragen: 
Warum Syrah aus Ö ?. Warum nicht, wenn er so schmeckt !

91,5 Punkte   ca. € 30,-

Platz 2

Leithaberg Blaufränkisch – Prieler 2007

Wie so oft habe ich meinem Wein den Sieg versaut. Porco cane ! 2 Pünktchen mehr und der Shiraz wäre eingeholt gewesen, egal. Die Eindrücke reichten von blumig bis Hammer über pappt dir den Mund zu und klebt am Gaumen  wie Loctite. Ich hab noch Acetonstich notiert. Für mich an dem Abend nur Mittelfeld.

91 Punkte   ca. € 26,-

Platz 3

Pinot Noir – Heinrich 2005

Witzige Notizen: Pinot ! Pinot ? schlank, rund, gut. Guter Pinot, viel Würze. All diese haben den Wein bei 91-92 gesehen. Der letzte Kollege bei 88 mit ländlich, Stall, Heu, eher mies, wird aber besser. So läuft´s. Für mich mit dem Scheiblhofer auf Augenhöhe.

90,5 Punkte   ca. € 25,-

Platz 4

Leithaberg Blaufränkisch – Prieler 2009

Noch mal der Prieler nur diesmal 2 Jahre jünger und hat mir wesentlich besser gefallen als der 2007. Wieder dunkelfruchtig, leicht malzig, rauchig und jugendlich, braucht noch. Tolles Zeug.

90,375 Punkte   ca. € 30,-

Platz 5

Pannobile  – Heinrich 2007

Für mich das Schlußlicht mit 87 P. Die Kollegen haben aber alle über 90 gescort. Mein Notizen: Gute Nase, dünn im Schritt und hinten raus. Ansonsten: Drückt, schöne Süße am Gaumen, schlank. War wohl ein Tick zu kühl.

90,25 Punkte   ca. € 20,-

Platz 6

Leithaberg Blaufränkisch – Nittnaus  2007

Mein Favorit des Abends. Hat richtig gerockt das Zeug, aber leider nur mich ! 92,5 P. vom Don. Hab nur geil, rassig mit topp Säure notiert. Ansonsten: Karamel, gewisse Schärfe, von echt gut bis nicht meins von den Kollegen. Schade. War ja eh ! net von mir.

89,625 Punkte   ca. € 25,-

Platz 7

Vulcano – Igler  2009

Mein zweiter Wein, der bei mir aber nur einen halben Punkt besser abgeschnitten als der Pannobile. Wieder Cuvée, wieder nicht auffallend gut. Brandig, unrund, mittelmäßig. Nicht schlecht aber die Blaufränkisch lagen mir besser.

89,25 Punkte   ca. € 20,-


Platz 8

Bela Rex – Gesellmann  2009

Dieser Wein hat den Titel ´Bester Rotwein Österreichs´ vom Falstaff erhalten. Bei uns ist er komplett durchgefallen. Ob jetzt der Wein fehlerhaft war, kann ich nicht sicher sagen. Bei den Notizen: Dominante Säure, holzig, muffig, bitter, Marzipan etc. kann das aber schon gut sein.
Hat komplett abgestunken an dem Abend. Eine Konterflasche wäre interessant gewesen.

86,625 Punkte   ca. € 35,-

Fazit:
Ein Bombenfest bis in die Morgenstunden. Auch die Weine konnten zum Großteil voll überzeugen bei durchwegs recht anständigen Preisen. Muß mich mal mehr um Blaufränkisch und Co. kümmern.

Nächste Veranstaltung war Deutschland rot mit einigen Überraschungen. Dann sind wir hier auch endlich wieder ´bei´.



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