Marken - Verdicchio aus Amphoren
Die Marken, mit ihrer Hauptstadt Ancona, befinden sich im Osten Mittelitaliens und liegen zwischen dem Apennin und der Adria. Im Norden angrenzend an die Emiglia Romagna, sowie im Süden an die Abruzzen.Sie besitzt eine recht schmale Küstenebene, denn schon bald beginnt die fast ausschließlich hügelige Region sich sanft Richtung Apenningebirge zu wellen, welches auch die natürliche Grenze zu den Regionen Toskana und Umbrien bildet.
Spuren der Besiedlung der Marken vor der Antike gibt es so gut wie keine. Zwar fand man vereinzelt Überreste etruskischer Ansiedlung, der Einfluß dieser auf die Region war aber nur marginal. Nach Unterwerfung der Etrusker um das 5. Jahrhundert v.Chr., wurden die Marken von Rom aufgeteilt. Der nördliche Teile gehörte zum Umbria, der Süden wurde Picenum genannt.
Neben den sehr beliebten, und von Mitte Juli bis Ende August sehr stark besuchten Badeorten an der Adria, wie Gabicce Mare, Pesaro oder Seniglia, gibt es auch viele kleinere Strandabschnitte, welche einen ruhigeren Urlaub ermöglichen.
Ähnlich der Toskana gliedert sich die Wirtschaft der Marken in mittlere und kleinere Betriebe (meist in Familenbesitz). Dominierende Wirtschaftszweige sind die Bekleidungs-, Schuh- und Möbilfabrikation.
Landwirtschaft spielt in den Marken eher eine untergeordnete Rolle. Landflucht und nicht allzu fruchtbarer Ackerboden sind hierfür die Hauptgründe. Einzig der Fischfang an der Küste und der Anbau der international verbreitetetn Rebsorte Verdicchio bilden hier eine Ausnahme.
Die Vorfahren der kalifornischen Dynastien Mondavi und Gallo stammen aus den Marken.
Die sanft gewellten Hügel der Marken bieten aufgrund Ihrer Eigenschaften, die Reben vor Seewinden zu schützen und die Licht und Wärmezufuhr zu unterstützen, gute Voraussetzungen für den Weinbau. Die bekanntesten Weine der Marken sind der Verdicchio, Jahrzehnte lang auf den Weinkarten der Welt durch seine aus der Mode gekommene grüne Amphorenflasche vertreten, sowie der Rosso Piceno (Sangiovese + Montepulciano) und der an den Füßen des Monte Conero wachsende Rosso Conero (Montepulciano + Sangiovese). Die Rotweine fallen mengenmäßig weit hinter den Weißweinen zurück, obwohl Rosso Piceno und vor Allem Rosso Conero mittlerweile erstaunliche Qualitäten hervorbringen.
Die Verdicchio gehört zu den wenige weißen Rebsorten Mittelitaliens, welche volle Weine mit Tiefe hervorbringen.
Die Anbaufläche beläuft sich auf ca. 24.000 ha. mit einer Jahresproduktion von ca. 1.7 Mio hl. Der Anteil an DOC(G) Weinen liegt bei rekordverdächtigen 20 %.
Zum Vergleich : In Sizilien sind es nur ca. 2,5 % !
DOC(G) Weine:
Bianchello del Metauro, Colli Maceratesi, Colli Pesaresi, Esino, Falerio dei Colli Ascolani, Lacrima di Morro d´Alba, Offina, Rosso Conero, Rosso Piceno, Serrapetrona, Terreni di San Severino, San Ginesio, Verdicchio dei Castelli di Jesi, Verdicchio di Matelica
Gute Erzeuger:
Aurora, Bisci, Boccadigabbia, Brunori, Cantine Belisario, Bucci, Casalfarneto Cocci Grifoni, Fausti, Garofoli, Le Terrazze, Moncaro, Moroder, Oasi degli Angeli, Saladini Pilastri, Sartarelli, Tenute de Angelis, Umani Ronchi, Velenosi, Villa Bucci, Fratelli Zaccagnini usw.
Verkosten werden ich einen Verdicchio dei Castelli di Jesi, aber erst nach dem kommenden Twitter Wine Awards Wochenende.
Salute !
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2 Kommentare:
Schöne Zusammenfassung meiner wahrscheinlich zweitliebsten italienischen Region (wo wir ständig sind: http://www.villacartoceto.com/), der "Toskana für Arme". Hat alles, was die Toskana hat, nur unberührter, mit kaum Touristen, ursprünglicher, grüner, wunderbarer!
Die ganze Schönheit der Marken zusammengefasst in diesem Gänsehaut-machenden Spot mit Dustin Hofmann:
http://www.youtube.com/watch?v=srHStR8HW_w
Mein Favorit unter den vini Verdicchio (dei Castelli di Jesi) ist der "Podium" von Garofoli. Sehr attraktive Nase, am Gaumen viel süße Maracuja, sehr harmonisches Säuregerüst. Für Knapp 9 EUR fast schon ein Schnäppchen!
Danke für den Kommentar, der Podium ist lecker, den Wein den ich vorstelle kostet sogar noch weniger.
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